|
Science & Technology
Teures VergnĂŒgen iPod, Digitalkamera oder Drucker |
|
Views: 1,574 - Rating: 4.00
Comments: Apple ist teuer
Jasmin hört fĂŒr ihr Leben gerne Musik. Ihren Mp3-Player hat sie immer dabei ... Doch eines Tages geht der Player plötzlich aus und seitdem tut sich jetzt gar nichts mehr. Der MP3-Player - immerhin ein iPod von der Firma Apple - ist kaputt. Das allein ist schon Ă€rgerlich. Kommt hinzu: Das Ding ist schon Ă€lter und die Garantie abgelaufen. Vielleicht lĂ€sst sich der MP3-Player ja noch reparieren? Jasmin ruft beim Hersteller Apple an und erfĂ€hrt: Eine Reparatur ist möglich. Jasmin ist zunĂ€chst be- und dann entgeistert. Sage und schreibe 205 Euro soll die Reparatur kosten, wenn's der Hersteller selbst macht.
Neuprei 190 Euro -- Reparaturkosten 205 Euro
Jasmin ist entsetzt: âIch finde das geht gar nicht. Ich habe damals 190 Euro dafĂŒr bezahlt und wenn ich heute einen neuen mit den selben Funktionen kaufen wĂŒrde, wĂŒrde ich 150 bezahlen" Stattdessen will Apple 205 Euro fĂŒrs Reparieren des alten GerĂ€tes. Vielleicht ein Versehen? Wir fragen nach, ob es auch gĂŒnstiger gegangen wĂ€re. Ein Interview bekommen wir nicht, nur eine knappe schriftliche Antwort: âNein, es hĂ€tte bei Apple keine gĂŒnstigere Möglichkeit gegeben." Diese Kosten seien eine Pauschale. Der Kunde erhalte dafĂŒr aber auf jeden Fall ein funktionierende GerĂ€t zurĂŒck -- wie groĂzĂŒgig.
G sparen in der Werkstatt
Jasm ist das trotzdem zu teuer. Im Internet findet sie andere iPod-GeschĂ€dig Und den Hinweis auf eine kleine Studentenfirma in Bonn. Das Unternehmen portatronics hat sich auf iPod-reparature spezialisiert. Die Mini-Werkstatt von Jan FĂŒrstenfeld und Co. lebt gut davon. Apples hohen Preisen sei Dank. Nach rund 20 Minuten lĂ€uft Jasmins MP3-Player wieder. Sie bezahlt 29 Euro. Wir erinnern uns: Apple wollte 205 Euro haben.
Apple repariert die GerĂ€te nicht, sondern tauscht die iPods einfach gegen neue oder neuwertige GerĂ€te aus. Dementsprechend hoch ist natĂŒrlich auch der Preis. Jan FĂŒrstenfeld macht es anders. Hier werden die GerĂ€te wirklich repariert, die Firma tauscht nur die Ersatzteile aus, die auch tatsĂ€chlich defekt sind. Daher auch der geringere Preis. FĂŒr Apples Pauschale könnte an einem iPod das Steuerrad, das Display, das GehĂ€use, die Festplatte und die gesamte Elektronik getauscht werden. Dass das alles gleichzeitig kaputt geht, ist sehr unwahrscheinlic Die Reparatur-Pausc fĂŒr Jasmins iPod ist also auch noch völlig aus der Luft gegriffen.
Dig Drucker und andere Ăberraschungen Reparaturpausch gibt es auch woanders. Am Batteriefach einer Olympus-Digital ist ein klitzekleines Plastik-Teil abgebrochen. Der Besitzer rechnet mit Kosten in Höhe von 60 bis 80 Euro. Olympus will fĂŒr die Reparatur aber pauschal satte 133 Euro haben. In einer kleinen Elektrowerkstat kostet die Reparatur dagegen nur 50 Euro. Also ĂŒber 80 Euro weniger.
NĂ€ch Beispiel: Epson verlangt fĂŒr die Reparatur eines Tinten-Druckers eine Pauschale von 116 Euro. Neukaufen ist billiger. Im Laden kostet der Drucker nĂ€mlich nur 70 bis 80 Euro.
Ex und Hopp
Auch Jasmin hĂ€tte die Reparatur beim Hersteller mehr gekostet, als ein neuer iPod. Dabei Ă€rgert sie sich auch ĂŒber die DoppelzĂŒngigke von Apple. Das Unternehmen wirbt mit seinem Einsatz fĂŒr die Umwelt. Auf seiner Homepage steht: âApple ... setzt sich nachhaltig dafĂŒr ein, die Auswirkungen seiner AktivitĂ€ten und Produkte auf die Umwelt zu verringern."
U wie sieht es in der Praxis aus? Viele Kunden werden den defekten Player nicht reparieren, sondern das alte GerĂ€t schlicht wegschmeiĂen. Und so produziert Apple zusĂ€tzlichen Elektroschrott. So âgrĂŒn", wie es scheint ist das Unternehmen also nicht.
Autor: David Ohrndorf/WDR (ug)